2026 begeht die Galerie Eigenheim ihr zwanzigjähriges Bestehen als Raum für zeitgenössische Kunst und Kommunikation. Diesen besonderen Anlass möchten wir mit einem umfassenden Jahresprogramm feiern, das den Titel The Bright Side – Von der Macht der Zuversicht trägt. Unser Ziel ist es, die Rolle von Kunst als Impulsgeberin für gesellschaftliche Reflexion, für gemeinsames Erleben und für neue Perspektiven sichtbar zu machen.
Wir wollen einstehen für Zuversicht, Zufriedenheit und gegen Polarisierung und Negativismus. Dabei geht es uns nicht darum, die Herausforderungen unserer Zeit zu verleugnen. Wir sehen, dass vieles aktuell aus den Fugen geraten scheint: Rechtsruck, Klimakrise, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ungleichheiten prägen die Nachrichten und bestimmen die Gegenwart. Uns ist jedoch bewusst, dass der sogenannte Negativitätsbias – die menschliche Tendenz, negative Informationen und Erfahrungen stärker wahrzunehmen und zu erinnern als positive – diese Wahrnehmung verstärkt. Soziale Medien machen sich dieses Phänomen zunutze, um Aufmerksamkeit zu maximieren, und tragen dadurch dazu bei, die gesellschaftliche Stimmung weiter in Richtung Angst, Polarisierung und Überforderung zu verschieben.
Wir stellen uns daher die Frage: Was können wir dem entgegensetzen? Welche Einflussmöglichkeiten haben wir, dieser Entwicklung zu begegnen? Unsere Antwort liegt in einem bewussten Fokus auf Positivität und Zuversicht. Ob im kleinen Rahmen von Familie und Freundeskreis, im Verlauf eines Jahresprogramms unserer Galerie oder durch Gemeinschaft, Dialog und beispielhaftes Vorausgehen – wir sind überzeugt, dass diese Haltung wirkmächtige Gegenkräfte zu Populismus und Polarisierung entfalten können.
Das Jahresprogramm 2026 entfaltet dieses Leitmotiv in vier Ausstellungen: Informations-Dilemma – Doomscrolling und Negativbias beleuchtet die Schattenseiten digitaler Informationskultur und fragt nach Resilienz im Umgang mit Nachrichten. Bonheur de vivre – Vom Glück des Lebens richtet den Blick bewusst auf Lebensfreude, schöpferische Kraft und Glück als gestaltbare Ressource. Humor als Waffe zeigt, wie Lachen in Vergangenheit und Gegenwart als subversive Strategie eingesetzt wird, um Macht zu hinterfragen und Solidarität zu stiften. Den Abschluss bildet Menschlichkeit & Empathie – im Blick der zeitgenössischen Fotografie, eine Ausstellung, die Nähe, Verbundenheit und Mitgefühl in den Vordergrund stellt und so einen bewussten Kontrapunkt zu KI-Bildfluten und Doomscrolling setzt.
Diese Ausstellungen bilden einen Rahmen für die anderen Gruppen- und Soloausstellungen, Artist in Residenz Programme und Festivals, welche auch in diesem Jahr bei EIGENHEIM Weimar stattfinden werden. Wir freuen uns auf ihren Besuch, ihr Einmischen und Mitwirken.