Weimar

26.08.2022 - 24.09.2022

MOHAMED ABLA – Wörter halten
Eine Ausstellung anlässlich der Verleihung der Goethe-Medaille 2022

Ort EIGENHEIM Weimar  Asbachstr. 1 in 99423 Weimar
Dauer 26.8.2022 – 24.09.2022
Vernissage und Künstlergespräch 26.8.22 ab 15 Uhr mit dem Kommissionsvorsitzenden der Goethe-Medaille und Kurator Thomas Oberender
Programm 27.08, 11 Uhr – “Abla Interactive Method” mit Mohamed Abla, (Dauer ca. 1-1,5 Std. Anmeldung unter team@galerie-eigenheim.de, max. 30 Personen)
27.08. um 10.00 und 16.30 Uhr – Führung durch die Ausstellung mit der Kuratorin Noura Simoni-Abla, (Dauer jeweils 30 Minuten, pro Führung max. 15 Personen, Anmeldung unter team@galerie-eigenheim.de)
Öffnungszeiten während des Kunstfest Weimar bis 10.09. Di.– Sa. von 14 bis 19 Uhr danach
Do.- Sa. von 16 bis 19 Uhr sowie nach Vereinbarung

Informationen

Die Galerie EIGENHEIM Weimar präsentiert in der Ausstellung Wörter halten, eine Auswahl von Werken des multimedialen Künstlers und Goethe-Medaillen-Preisträgers 2022 Mohamed Abla. Die Ausstellung findet in der Galerie im historischen Gärtnerhaus, in direkter Nähe zum Bauhaus Museum Weimar statt. Unterstützt wird die Ausstellung durch das Goethe-Institut in Kooperation mit dem Kunstfest Weimar.

Wörter halten stellt die Hauptthemen von Mohamed Ablas umfangreichen Oeuvre vor und zeigt eine Reihe von Arbeiten auf Papier, die zwischen 1999 und 2015 entstanden sind. Die Arbeiten enthüllen einige Geheimnisse seiner verschiedenen Techniken und geben einen spannenden Einblick in sein Schaffen. Das Gesamtwerk von Mohamed Abla ist sowohl vielfältig als auch umfangreich und vereint eine durchdachte, forschungsbasierte Praxis, die in einer Vielzahl von Techniken präsentiert wird. Von realistischen Landschaften bis hin zu abstrakten pointillistischen Werken, in die man nur mit viel Fantasie eintauchen kann, ist in seinem Atelier alles zu finden. Auch wenn ihn kein augenfälliger Stil definiert, so führt ihn ein starker Fokus: Geschichten und Menschen. Jede Geschichte braucht einen neuen Stil und eine neue Technik, um erzählt zu werden und jeder Mensch hat seine eigenen Persönlichkeit - so entsteht sein Werk.

Wörter halten umfasst Werke, die der Künstler nach einer langen Reise durch Europa zu realisieren begann. Als Abla nach Ägypten zurückreiste, um sich dort niederzulassen, überwältigten ihn die Menschenmassen und die vielen Geschichten, die darauf warteten erzählt zu werden. In einem Prozess der Selbstfindung, begann er die Vielzahl von Menschen zu malen. Während dieses Prozesses wanderte er, zwischen den Menschenmassen - was Abla den Ägypter*innen, ihren Geschichten und Auseinandersetzungen näher brachte. Brücken zwischen ihnen und der Welt zu bauen wurde zu seiner treibenden Kraft.

Kunst zu schaffen, ist für ihn wie Tagebuch schreiben oder ein Archiv des Alltags in Ägypten anzulegen; oft finden Wörter und Sätze ihren Weg auf seine Leinwand. Wie bei den Werken in dieser Ausstellung kann man Wortspiele, Beobachtungen, seine Gefühle oder sogar Erklärungen finden - manchmal in einem Kontext oder absichtlich aus diesem herausgerissen. Viele seiner Bilder kommentieren die Realitäten und die sozialen und politischen Veränderungen in seinem Heimatland. Abla leiht sich Schlagzeilen aus Zeitungen und Auszüge aus Artikeln aus und spielt mit deren Ästhetik. Das Mischen von Medien ermöglicht es ihm, verschiedene Themen und Tiefen auf eine einzige Seite seines Tagebuchs zu bringen.

Die Wahl der arabischen Schrift ist eine sehr bewusste Entscheidung, um das Wesen der Buchstaben mit der langjährigen Tradition der Kalligraphie in der islamischen Kunst zu verbinden. Der Künstler ist der Meinung, dass der Dialog von Bildern und Wörtern eine Harmonie schafft, diese kann das Auge entweder befriedigen oder eine verunsichernde Wirkung hervorrufen - in beiden Fällen schafft sie Bewegung und erzeugt einen Austausch zwischen Beobachter*innen und dem Werk. Diejenigen, die Arabisch lesen, wundern sich vielleicht über das Ende einiger Sätze oder bemerken die Absurdität des fehlenden Zusammenhangs zwischen Wörtern und Bildern.

Betrachter*innen, die die Sprache nicht lesen, knüpfen eher eine Verbindung zu den Menschen und Bildern in den Geschichten. Diese Menschen erscheinen in vielen Formen und Gestalten und werden mit einer Vielzahl von Techniken dargestellt. Seine Figuren behaupten sich entweder und sind klar sichtbar oder sie verstecken sich inmitten von Kairo’s urbanem Chaos - ihre Bewegungen und ihre Lebendigkeit sind in jedem Fall gegenwärtig. Es finden sich Menschengruppen, eine Familie oder einzelne Figuren, immer als Teil eines größeren Zusammenhangs und einer längeren Geschichte. Während die Fotografie eine persönliche Verbindung zu einzelnen Figuren schafft, sind seine figurativen Bilder bewusst weniger persönlich. Sie vertreten die gemeinsamen Geschichten des ägyptischen Volkes. Mohamed Abla lädt uns ein, in die Welt seiner Geschichten und Figuren einzutauchen und seine Symbole zu entschlüsseln. Die Ausstellung wird kuratiert von Noura Simoni-Abla.

MOHAMED ABLA wurde 1953 in Belqas im ägyptischen Nildelta geboren. Nach dem Studium der Bildenden Kunst in Alexandria zog es ihn nach Europa, wo er Bildhauerei und Druckgrafik in Wien und Zürich studierte und schließlich im niedersächsischen Walsrode eine zweite Heimat fand. Seine erste Einzelausstellung fand 1979 in der Galerie Hohmann in Walsrode statt, gefolgt von Ausstellungen u.a. 1989 in der Galerie Ewat in Leeuwarden (Niederlande), 1991 in der Art Hall in Örebro (Schweden) sowie in der Ägyptischen Akademie in Rom. 1994 gewann er den ersten Preis der Kuwait-Biennale und 1997 den Grand Prix der Alexandria-Biennale in Ägypten. Darauf folgten weitere internationale Ausstellungen, unter anderem auf der Biennale von Havanna, im British Museum in London und im Kunstmuseum Bonn. Er unterrichtete an verschiedenen internationalen Institutionen, was ihn 2007 dazu führte, das Fayoum Art Center zu gründen. Heute ist es ein etablierter Ort, in dem junge Künstler*innen aus aller Welt zusammen leben und arbeiten. 2009 folgte die Eröffnung des ersten Karikatur-Museums im Nahen Osten und Nordafrika. Nach der Revolution von 2011 wurde Mohamed Abla in das 50er Komitee gewählt, dass die neue Verfassung schrieb.

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