Looking up – Stefan Schiek in Solo

Ort EIGENHEIM Berlin, Kantstraße 28, 10623 Berlin / Eröffnung 24.07.2020, 19 Uhr mit einer Eröffnungsrede von Susanne Knorr (Kuratorin der Kunstmuseen Erfurt) / Dauer 25.07. – 22.08.2020 / Programm 22.08.2020 um 19 Uhr Künstlerabend

Hiermit laden wir herzlich zur Ausstellung LOOKING UP mit Malereien, Zeichnungen, Reliefs und Skulpturen von Stefan Schiek nach EIGENHEIM Berlin ein. Seien Sie unser Gast zur Eröffnung am 24.07. ab 19 Uhr oder zu unseren Öffnungszeiten. Stefan Schiek war 2019 Stipendiat des Freistaats Thüringen. Nach seiner finalen Präsentation zu diesem Stipendium zeigen wir nun in Berlin über die Sommermonate den zweiten Teil der Ausstellung, um einen weiterführenden Einblick in das umfangreiche Schaffen des Künstlers zu gewähren.

Aus dem zum Stipendium erschienenen Katalog lesen Sie nun einen Ausschnitt aus dem Text von Susanne Knorr. (...) Der 1976 in Ulm geborene Künstler führt uns in seinen aktuellen Malereien, Zeichnungen, Reliefs und Skulpturen, die sich zwischen Figuration (Looking up!-Reihe) und Abstraktion (Warscapes-Komplex, Unfold-Serie) bewegen und einen großen visuellen Reiz besitzen, in scheinbar extraterrestrische Gefilde, zumindest in eine zukünftige Erzählzeit. Das legen die in verknappter Bildsprache, nur ausschnitthaft vorgestellten Sujets nahe: nicht identifizierbare Handlungsräume, unbestimmbare Oberflächen sowie undefinierbare Flugobjekte, rund oder eckig, die sich schwebend durch den Raum bewegen oder diesen mit rasanter Geschwindigkeit durchdringen (der effektvolle Einsatz extremer Diagonalen suggeriert hohes Tempo). Situationen mit oder ohne darin agierenden Figuren, die entweder den Objekten entgegensehen oder diese höchst interessiert zum Untersuchungsgegenstand machen.

Trotz ihrer reduziert geformten und vermeintlich einfach lesbaren Motive bergen die Arbeiten von Stefan Schiek viel Rätselhaftes. Mit diesen an Science-Fiction-Stoffe erinnernden Konstellationen tritt er in einen Diskurs über das Heute und Morgen ein, ohne das Gestern auszublenden.

Was sind die großen Visionen unserer komplexen, globalisierten Gesellschaft und eines jeden Einzelnen? Wie treten wir unserer Zukunft entgegen? Wie unabhängig, frei und ideenreich denken wir? Lassen wir ein wirklich zukunftsgerichtetes Denken ausreichend zu? Fordern wir uns selbst genügend? Wo sind die gesellschaftlichen und technischen Utopien? Oder sind wir gefangen in Dystopien, einem alles lähmenden Zukunftspessimismus oder hemmenden Sicherheitsdenken und -handeln? Wie groß ist die Diskrepanz zwischen gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Perspektive auf die Zukunft? Das sind die Fragen, die Stefan Schiek bewegen und die er in sein Kunstschaffen integriert. (...)

Stefan Schiek verwendet dabei industrielle Lackfarben auf einem Aluminiumträger. Die Werke wirken glatt, sauber, geradezu maschinell erstellt, jedoch ist der Malprozess mit einer großen körperlichen Anstrengung verbunden. Unzählige Lackschichten entwickeln durch häufiges auftragen und abschleifen nicht nur eine für Lackfarbe unübliche Tiefe und Transparenz sondern durch Untermalungen auch eine reliefähnliche, hochglänzende Oberfläche. In der aktuellen Ausstellung geht Schiek einen großen Entwicklungsschritt weiter und zeigt neben Malerei auch Zeichnungen, Wandobjekte und Bronzefiguren.