DETOX

Ort: EIGENHEIM Weimar, Asbachstraße 1 (historisches Gärtnerhaus im Weimarhallenpark)
Eröffnung: 27.08.2020, 19 Uhr / Dauer: 28.08. – 10.10.2020 / Öffnungszeiten: Do. – Sa. 14 – 19 Uhr

Teilnehmer: Mary Bauermeister, Konstantin Bayer, Maud Canisius und Lina Gräf, Romana Cetin und Christoph Höfferl, Michael Fischer, Frederik Foert, Kai Meinig, Adam Noack, Josephine Prkno, Pia von Reis, Stefan Schiek

Progamm:
27.08 und 28.08.2020 zu den Öffnungszeiten: Adam Noack mit dem Künstlerkollektiv „Die Verdauung der Wiedergeburt“ (Installation im Freiraum) / 27.08 und 28.08.2020 zu den Öffnungszeiten: Pia von Reis – Praxis zur Lösung von Hemmungen (Forschungsraum für die Beziehung Geist/Körper) / 17. – 20.9.2020 Josephine Prkno – Schlafkonzerte (17.09. (19 bis 21 Uhr) 120min Wave, 5-Rhythmen Tanz mit Anne und Caty / 18.09. (ab 19 Uhr) Tanzmeditation / 19.09. (ab 19Uhr) Musikmeditation / 20.09. (ab 15 Uhr) akustische Reisen und musikalische Lyrik / 25.09.2020 von 16 bis 19 Uhr: Kopf Detox (Achtsamkeits- und Meditationsworkshop) / 08. – 10.2020 zu den Öffnungszeiten: Sensory Talks – Michael Fischer (Conversation Pieces) / 10.10.2020 von 19 bis 23 Uhr: Maud Canisius und Lina Gräf – Plazentaraum / jeden Donnerstag von 19 bis 20:30 Uhr: Romana Cetin – Aerial Yoga / jeden Sonntag von 11 bis 12:30 Uhr: Romana Cetin – Aerial Yoga Flow meets Electronic Ambient Music, live by Christoph Höfferl

Der menschliche Körper ist in unserer industrialisierten Welt vermehrt fremden und synthetischen Substanzen und Umwelteinflüssen ausgesetzt. Dazu gehören Pestizide, Konservierungsmittel, Schwermetalle, Chemikalien, Medikamente, Umweltgifte, Alkohol, Nikotin aber auch Stress und Zeitmangel. Seit Jahren ist Detox (kurzform für Detoxifikation oder Entgiftung), aufgrund dieser Umwelt- und Lebensbedingungen, zu einem populären Begriff geworden, unter welchem sich viele, mehr oder weniger glaubhafte, Konzepte zur körperlichen und seelischen Reinigung versammeln.

Justin Friedrich Bertuch hat den heutigen Weimarhallenpark, in dessen Zentrum die Räumlichkeiten von EIGENHEIM Weimar im historischen Gärtnerhaus zu finden sind, vor knapp 200 Jahren als Baumgarten und Erholungsort entworfen. Noch heute wird der Park dieser Ausrichtung gerecht. Nun versteht EIGENHEIM Weimar, als Raum für Zeitgenössische Kunst und Kommunikation, die Kunst und die Präsentation dieser als einen erweiterten Begriff und Auftrag, welcher regelmäßig den traditionellen Kunstbegriff aufbricht und durch Aktionen und Ausstellungen direkt in die Gesellschaft hinein arbeitet. Im Sinne dieser Ausrichtung haben wir, neben einer Ausstellung mit einer Vielzahl von unterschiedlichen künstlerischen Positionen, ein Rahmenprogram entwickelt, um die Galerie und den die Galerie umgebende Park, während der Spätsommermonate in einen Ort der Entgiftung, der Entspannung und Heilung zu verwandeln. Ob Yoga Seminare, Schlafkonzerte, Gesprächstherapien, Teezeremonien, eine Praxis für die Lösung von Hemmungen oder ein sogenannter Plazentaraum in welchem einer Klangtherapie ähnlich Entspannung gefunden und Reinigung erfahren werden kann. In Form dieses breit angelegten Angebotes möchten wir die Besucher zur Teilnahme animieren, um Körper und Geist zu sensibilisieren, über die uns umgebende Umwelt aufzuklären und die Geschichte des Ortes zu vermitteln. Wir denken, dass der Ort und die Zeit dafür nicht besser sein könnten.

Aufbauend auf der Unterteilung der Ausstellung in die Bereiche Körper, Umwelt, Technologie und Spiritualität finden in der Ausstellung verschiedene Kunstwerke zusammen. So zeigt Mary Bauermeister einen 2 teiligen Druck mit dem Titel „Asclepius“ aus dem Jahr 1979 auf welchen ein Baum abgebildet ist, um welchen sich eine Äskulapnatter als Symbol für Heilung und Gesundheit windet, Frederik Foert bezieht sich in seiner Installation mit dem Titel „Ruf der Wildnis – Never underestimate the value of doing nothing“ auf das vorherrschende Gesellschaftsmodell „Bigger, better, faster, more“ und leistet auf diese Weise Kritik am Turbo-Kapitalismus, Stefan Schiek zeigt eines seiner großen Hochglanzlackgemälde auf welchem die Protagonisten einen Wald von unnatürlichem Material befreien. Konstantin Bayer nutzt einen Störsender, um in den Räumen der Galerie den Wlan- und Handyempfang zu unterdrücken oder bezieht sich in einer anderen Arbeit auf den süditalienischen historischen Volkstanz Tarantella, welcher nach einem Spinnenbiss Anwendung fand, um durch ekstatischen Tanz das Gift aus dem Körper zu treiben.

Gleich zu den Eröffnungstagen, am 27.09. und 28.09.2020, wird Adam Noack, mit Unterstützung des von Ihm mit gegründeten Künstlerkollektivs „Die Verdauung der Wiedergeburt“, hinter der Galerie einen metaphysischen Reinigungsgang mit einer Vielzahl von Musikern errichten und Pia von Reis mit Ihrer „Praxis für die Lösung von Hemmungen“ eine umfangreiche Rauminstallation und Servicestation anbieten. Hier können sich die Besucher, nach einer Anamnese, einer Physiotherapeutischen Behandlungen unterziehen. Zwischen dem 18. und 20.09. wird Josephine Prkno und Ihr Team Schlafkonzerte in der Galerie veranstalten, am 25.09. wird Kai Meinig einen Kopf-Detox Meditations-Workshop anbieten und jeden Donnerstag und Sonntag wird Romana Cetin Aerial Yoga Kurse anbieten, wobei Christoph Höfferl am Sonntag zeitgleich live Ambient Music aufführen wird.

Während der letzten Ausstellungstage finden die „Sensory Talks“ von Michael Fischer als eine Art von conversation piece statt. Die aus der Gestalt- und Körpertherapie entlehnten Übungen, eröffnen dabei unter Anleitung einen sicheren Erfahrungsraum, um sich auf sich, den eigenen Körper und andere Menschen einzulassen. Zur Finissage haben wir uns den „Plazentaraum“ von Maud Canisius und Lina Gräf eingeladen. Hierbei handelt es sich um eine raumgreifende athmosphärische Licht- und Soundinstallation zu welcher Tee geboten wird. Wir freuen uns auf Sie zur Eröffnung, zu den Öffnungszeiten oder Veranstaltungen!