Weimar

18.05.2024 - 22.06.2024

ASTRAL RALLYE
Malerei und Zeichnung von Lars Wild

Ort EIGENHEIM Weimar, Asbachstraße 1, Weimar
Eröffnung 18.05.2024 um 19 Uhr
Dauer 18.05. – 22.06.2024
Öffnungszeiten Do. – Sa. 14 – 19 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Informationen

Lars Wild ist ein Bildmagier – seine Werke, vor allem Porträts, Wolken- und Brachlandschaften, sind Augen- und Mundöffner. Bei den eindrucksvollen Nachtstücken erschließen sich weitere rätselhafte Objekte wie Autos, verschattete Nischen oder finstere Gestalten erst bei näherem Hinsehen. Trotzdem sind es keine Such- oder Wimmelbilder. Alle seine Gemälde und Zeichnungen sind im Wesentlichen nach seiner kraftvollen Imagination geschaffen, ganz ohne Fotovorlage.

Genau diese geheimnisvolle Vorstellungsgabe, die entfesselte Reise, durch die eigenen, aus den Untiefen des Bewusstseins entspringenden Bildwelten, werden mit dem Titel der Ausstellung „Astral Rallye“ angesprochen. Vieles entzieht sich unserer alltäglichen Wahrnehmung. Unser Verständnis von Realität scheint, gemessen an den Begrenzungen unserer Sinne, ein sehr anthropozentrisches zu sein. Gerade der schöpferischen Stärke der Malerei jedoch liegt es inne, diese Vorstellung zu erweitern und kommt damit einer außerkörperlichen Erfahrung bzw. Astralreise nahe – jedenfalls im Bezug auf die Arbeit von Lars Wild.

Auch als Kolorist überzeugt der Künstler. Seine Licht-Schatten-Spiele sind atemberaubend und gehorchen einer ausgeklügelten Dramaturgie. Dabei erscheinen sie geradeaus, unverkrampft. In seinen Porträts entdeckt man einen Hang zu Humor und Ironie, zum Grotesken und Absurden. Man fühlt sich erinnert an die Gnome von Johann Heinrich Füssli oder die überzeichneten Porträts von Johannes Grützke, aber es handelt sich um keinerlei epigonales Gebaren. Handhabung der Asymmetrie und Überzeichnung menschlicher Physiognomie haben einen ganz eigentümlichen, sprachlich schwer zu fassenden und gleichzeitig den Betrachter fesselnden Charakter.

Der Umgang mit Farbe, ob Öl, Acryl oder Lack, ist dabei unkonventionell. Das jeweilige Material wird dabei vor allem ab- denn aufgetragen und jeder noch so geringe grafische Eingriff durch kratzen, wischen und schmieren wird zum bildprägenden Element. Der hauchfeine Pinselduktus simuliert eine spiegelnde Wasseroberfläche, exakt gesetzte Spachtelbewegungen entwickeln Architekturen und tiefe Landschaften, die sanften, matt in das Papier hinein gearbeiteten Farbverläufe lassen voluminöse Wolkenformationen entstehen. Die monochrome, insgesamt sehr reduzierte Farbpalette wird dabei hauptsächlich durch die Farbigkeit des Untergrundes aufgebrochen. Mal erinnern die Landschaften an die Malerei eines Dan Gualdoni, mal seine tiefen Horizonte und hohen Himmel an die „Cloud Studies“ von John Constable.

Lars Wild gelingt es, dem Betrachter starke innere Bilder sichtbar zu machen und damit erfüllt er eine alte romantische Sehnsucht, nämlich Landschaften und Gestalten in kraftvolle Ausdrucksmittel eigener Seelenzustände von allgemeinem Interesse zu verwandeln.

Lars Wild ist 1981 in Gotha geboren, studierte an der Bauhaus-Universität Freie Kunst und ist seit 2007 Künstler von EIGENHEIM Weimar/Berlin.

Galerie Eigenheim

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BERLIN EIGENHEIM Berlin / Kantstraße 28, 10623 Berlin / berlin@galerie-eigenheim.de
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