ENRICO FREITAG, WANG YUHONG, RAO FU

3 Ausstellungen – ein Ort – EIGENHEIM Berlin
Mit Malerei, Zeichnung und Installation von:

ENRICO FREITAG – Nebelherz / RAO FU – Im Regen / WANG YUHONG – Seven Stars
Ort: EIGENHEIM Berlin, Kantstr. 28, 10623 Berlin / Eröffnung: 04.09.2020 um 19 Uhr / Dauer: 05.09. – 26.09.2020

Hiermit laden wir Sie herzlich zur Herbstausstellung von EIGENHEIM Berlin ein. Am 04.09. eröffnen wir eine Ausstellung, in welcher wir die drei Künstler Enrico Freitag, Rao Fu und Wang Yuhong, einem Dialog ähnlich, gegenüberstellen.

Im vorderen Ausstellungsraum zeigen wir neue Arbeiten, hauptsächlich Pastelle auf Papier, von Enrico Freitag, welche sich neuerdings weniger mit globalen Themen sondern mehr mit inneren Seelenzuständen beschäftigen. Diesen gegenüber stehen neue großformatige, zwischen Traum und Realität, changierende Malereien von Rao Fu. Einen kontrastierenden Dialog entwickeln wir in diesem Raum mit Installationen von Wang Yuhong, während im hinteren Salon neue Malerei und Papierarbeiten der Künstlerin aus Shanghai zu sehen sind.

Seit vielen Jahren unterhält EIGENHEIM Weimar/Berlin Kontakt zu Künstlern aus China. So ist Wang Yuhong seit 2010 Künstlerin des Hauses und Rao Fu, geboren in Peking, seit 2018. Auch Arbeiten von Enrico Freitag wurde schon häufig in China gezeigt – so zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der von Wang Yuhong geleiteten, aus Künstlern, Kuratoren, Kritikern und Journalisten bestehende Cantaloup Chivalrous Commune in Shanghai.

Wir freuen uns, diese inhaltliche Auseinandersetzung der Galerie mit dieser Ausstellung weiter zu verfolgen.

ENRICO FREITAG – Nebelherz
Enrico Freitag zeigt eine neue Serie in Pastell auf Papier, die seine bisher gewohnten Sujets verlassen. Die Außenwelt verkehrt sich in Inneres. Intimität und Vertrauen kollidieren mit Angst, Verlust, Vergänglichkeit und Scheitern, verdichten sich in einem offenen Plot, der kunst- und literaturgeschichtliche Bezüge frei mit eigenen Erinnerungen und Erfahrungen verwebt.

Enrico Freitag wurde 1981 in Arnstadt im Thüringer Wald geboren. Von 2002 bis 2007 studierte er Freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar. Enrico Freitag lebt und arbeitet in Weimar. Seit 2007 gehört er zum festen Künstlerstamm der Galerie Eigenheim. Seitdem nahm Enrico Freitag an unzähligen nationalen und internationalen Ausstellungen, Residenzen und Messen teil, bekam verschiedene Stipendien wie zum Beispiel das Stipendium für Bildende Kunst des Freistaates Thüringen und ist in einer Vielzahl von privaten und öffentlichen Sammlungen wie der Sammlung des Deutschen Bundestages, des Archives der Moderne oder der Sammlung der Thüringer Staatskanzlei vertreten.

RAO FU – Im Regen
Die Bildwelten von Rao Fu bedienen sich den unterschiedlichen Kulturen des Ostens und des Westens, basieren auf klassischer chinesischer Philosophie und Kultur, wie der traditionellen Tuschemalerei und werden zusammengeführt mit den Kenntnissen über die europäische Malerei und Kunstgeschichte wie zum Beispiel der Romantik. Die Werke erzählen von seinem persönlichen Leben, von der Transzendenz zwischen Realität und Traum, von Bräuchen und Mythen und von der Philosophie des Seins. Der Titel Im Regen kann als Symbol für eine gewisse Unschärfe im Leben und Unfähigkeit gegenüber einer Situation gelesen werden. Jedoch steht der Regen auch für das Leben und Wachsen, für Entwicklung und Neuanfang, stellt auf der anderen Seite aber schon wieder die Abhängigkeit des Menschen von der Natur dar. Rao Fu ermöglicht uns unterschiedlichste ob positive, poetische, verklärende oder romantische Sichtweisen auf die Dinge zu entwickeln.

Rao Fu wurde 1978 in Peking geboren und absolvierte eine Ausbildung als Kalligraph in China. Seit 2002 lebt und arbeitet er in Dresden und studierte bis 2010 Malerei an der Akademie der Bildenden Künste u.a. als Meisterschüler bei Prof. Ralf Kerbach. Rao Fu erhielt verschiedene Preise und Stipendien wie z.B. das Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen oder des DAAD Stipendium für Freie Kunst.

WANG YUHONG – Seven Stars
Seven Stars ist der alte Begriff für das sogenannte Sieben-Sterne-Puzzle - ein historisches chinesisches Intelligenzspiel. Das Aufgreifen der Form des 7 teiligen Puzzles erlaubt es Wang Yuhong eine formale Verschmelzung verschiedener Kunstrichtungen zu vollziehen. Ihre fotorealistischen Stillleben mit den vielen Anklängen an die chinesische Kulturgeschichte, kommen zusammen mit kubistischen und konstruktivistischen Formen und entwickeln ein Nebeneinander der verschiedenen Kulturen. Mit der Gegenüberstellung beider Stile vertieft Yuhong ihr Interesse an der Hinterfragung von Tradition und Moderne, Geschichte und Gegenwart, der Beziehung zwischen Orient und Okzident. Über dies hinaus interessiert Yuhong die dadurch entstehenden Linien und isoliert diese von den Gemälden, um die Skulpturen wie „Die rollenden Blöcke“ zu schaffen.

Wang Yuhong wurde 1972 in Shanghai (China) geboren, graduierte 1990 an der Shanghai Xinzhi Art Normal School, studierte weiterführend an der China Art Academy in Hangzhou und schloss dort ihr Studium im Fachgebiet Skulptur 1998 ab. Heute ist Wang Yuhong Professorin an der Shanghai University of Art, leitet in Shanghai die Cantaloup Chivalrous Commune und realisiert Ausstellungen chinesischer, wie internationaler Künstler in ganz China. Wang Yuhong selbst stellt in großen Museen aus und ist Teil vieler Sammlungen wie dem Shanghai Art Museum oder dem Mingyuan Art Center.