Weniger ist mehr - Adam Noack in Solo

Eröffnung 08.01.2016 um 19 Uhr
Dauer 08.01. bis 06.02.2016

Kunst ist eine Sache, die passiert.
(Adam Noack, Dez. 2015)

Adam Noack ist der lusthafte und leichte Umgang mit Farbe und Leinwand ein Bedürfnis. Der Prozeß gleicht dabei weniger einem Kampf als eher einem Tanz, auf Rhythmus, Bewegung und Timing aufbauend. Dabei scheint es widersprüchlich, daß Noack den unbeliebten, unschönen Moment sucht. Diesen jedoch stellt er in Teilen überspitzt, fast karrikaturesk, dar und verhilft diesem so zu einer Leichtigkeit, welche wiederum Parallelen zur malerischen Umsetzung entwickeln läßt.
Es ist die Schlachtung eines Schweins, die Antinazidemonstration, das Großraumbüro, oder die vom Zweifel zerfressenen Menschen in der Kneipe, welche Adam Noacks Interesse wecken. Dabei besucht er diese Orte, bannt Atmosphäre und Protagonisten mit wenigen sehr exakten Strichen als Zeichnung auf Papier und vervollständigt diese zurück im Atelier auf Leinwand.
Neben dieser Praxis sind es die davon losgelösten, einzelnen Arbeiten und Serien, welche universelle Fragen stellen. Beispielhaft kann hier die Serie von Regalen aufgegriffen werden, welche einen Hauptteil der Ausstellung in der Galerie Eigenheim Berlin, bilden.
Hier wird die Idee des Raumes in den Vordergrund gestellt, welcher in seiner Unwirklichkeit eine Bühne für vieles sein kann. Horizontale und vertikale Linien, welche neben und übereinander liegende Räume bilden, geben dem Maler viele Freiräume. Der einzelne Kasten kann dabei als Bühne funktionieren, welche sich dem Naturalismus entzieht. Die Idee vom Bild im Bild entwickelt eine Ordnung, nahe dem grundlegendem Nutzen des Regals, welche Verkettungen in der Erzählung ermöglichen und dem Künstler gleichzeitig Denkräume zum Fantasieren öffnet. Die Farbe versteht Adam Noack dabei als Materie, welche einem Buch ähnlich im Regal steht. Die Arbeit Regal (160 x 140 cm, Öl auf Leinwand, 2015) kann dafür gut als Beispiel funktionieren. Wilde Gesten und dichte Farbaufträge finden sich im Gefüge zu einem Regal zusammen, welches mit einer chaotisch anmutenden Ansammlung von Papier gefüllt ist. Hier wird die Papier- und Aktenflut der Bürokratie und die Vorratsdatenspeicherung genauso thematisiert, wie der vergebliche Versuch in das Chaos eine Ordnung zu bekommen.
Und so haben wir eine Verbindung zum unbeliebten und unschönen Moment Großraumbüro, oder Nazidemonstration, welchen Adam Noack mit dieser ihm eigenen Leichtigkeit zum Geschehen auf der Leinwand werden läßt.