THE SUMMER OF CHINA.

THE SUMMER OF CHINA 中国的夏天 – Forget it Jake it´s Chinatown – from KTV to Malatang – the China connection – Frederik Foert, Konstantin Bayer und Gäste 忘了杰克是唐人街 - 从KTV到马拉唐 - 中国的联系 / EIGENHEIM Berlin, Kantstraße 28, 10623 Berlin / Eröffnung 开幕式 06.07.2019 um 19 Uhr / Dauer  期间 06.07. – 17.08.2019

Rahmenprogramm 展览 方案: 19.07.2019  19 Uhr 点 – Künstlergespräch 艺术家讲座 Frederik Foert und 和 Konstantin Bayer danach 然后 Karaokeabend 然后 卡拉OK晚会 / 20.07.2019 ab 19 Uhr 点 – Dumpling Workshop 饺子车间 und 和 Euro-Chinesischer Discoabend mit 德国中国迪斯科晚会 Frederik Foert / 09.08.2019 ab 19 Uhr 点 Karaokeabend 卡拉OK晚会 / 17.08.2019 ab 19 Uhr 点 Finissage 昨晚 und 和 Reisebericht von 游记 的 Ole Aselmann danach 然后  Karaokeabend 然后 卡拉OK晚会

Seit über 10 Jahren hat EIGENHEIM Weimar/Berlin eine intensive Verbindung nach China. Unter anderem ein Grund für die Verortung der neuen Berliner Galerieräume in der Kantstraße 28 in Charlottenburg, inmitten des historisch gewachsenen Chinesischen Viertels. In dieser Straße befindenden sich zahlreiche asiatischen Geschäfte und Spezialitätenrestaurants, weshalb die Kantstraße und die nähere Umgebung im Volksmund auch Chinatown heißt. Die ersten Chinesen kamen schon Anfang des 20. Jahrhunderts nach Berlin Charlottenburg, um hier an den nahegelegenen Hochschulen zu studieren. Bereits 1902 lag der Verein Chinesischer Studenten in der Kantstraße 118 und die Chinesische Botschaft befand sich zu dieser Zeit am Kurfürstendamm. Diese kulturelle Ballung hat bis heute Bestand.

Die Ausstellung möchte auf dieser Parallele zwischen Galerieprogrammatik und Standort aufbauen und die Künstler des Hauses als auch Gastkünstler mit Chinesischen Hintergrund zusammentragen. Es wäre jedoch keine wirkliche EIGENHEIM Ausstellung würde diese nicht eine inhaltliche Erweiterung erfahren. So planen Konstantin Bayer und Frederik Foert die direkte Einbeziehung der Chinesischen Kultur der Nachbarschaft - Karaokeabende, Lesungen, Künstlergespräche und Dumpling Workshops werden die Ausstellung zu einem Erlebnisraum und Treffpunkt machen. In diesem Sinne zeigt Konstantin Bayer eine Karaokebühne auf welcher die Besucher einen Moment lang aus dem Alltag heraustreten und sich als Bühnenstar in die Welt der Populären und Schönen hineindenken können. Die Karaokebühne spielt dabei mit den Idealbildern von Heute. Popkultur als Leitbild - Fernsehen und You Tube hält für die breite Masse ein Bild von Liebe und Unbeschwertheit bereit. Die Karaokebühne ist ein überzogenes Bild dieses Sehnsuchtszustandes.

Die historisch gewachsene Nähe zur chinesischen Kultur in Charlottenburg greift Frederik Foert, neben Video und Installationsarbeiten, im speziellen mit einem Leuchtkasten auf. Ganz in der Foertschen Manier der Zitataneignung verweist er auf ein legendäres, jedoch verschollenes, Werbeplakat an der Budapester Straße. Auf diesem machte Harald Juhnke, die kross gebrannte Pekingente vor sich, Werbung für das damals älteste Chinarestaurant der Stadt Tai Tung. Das Bild wurde zu einer Ikone. Tausende Passanten sahen es jeden Tag. Zu finden ist es an diesem Ort nicht mehr, es musste zur Sanierung des Bikinihauses weichen. Frederik Foert jedoch ist dieser kulturelle Verlust nicht entgangen und holt uns diesen zurück in die Gegenwart.

Die Suche nach einer Verbindung zwischen Geschichte und Gegenwart ist auch ein Leitfaden durch die künstlerische Arbeit der von Bayer und Foert eingeladenen Gäste der Ausstellung. So sind die Bildwelten von Rao Fu von den unterschiedlichen Kulturen des Ostens und des Westens geprägt. In Peking geboren kam er Anfang der 2002 nach Dresden um Malerei zu studieren. Viele Aspekte des Bildaufbaus und des Pinselduktus haben Bezüge zur traditionellen Chinesischen Tuschemalerei. Die herangezogenen Motive jedoch enthalten starke Anleihen aus der deutschen Romantik. Die Künstlerin Wang Yuhong zeigt Stilleben in denen Sie sich mit der gegenwärtigen Notwendigkeit der Neufindung einzelner Geschlechterrollen auseinandersetzt. Tianhong Sheng studierte Malerei an der CAFA in Beijing und an der Kunstakademie Düsseldorf. Er zeigt ein aus 160 Einzelbildern bestehendes Tabloid, welches kleinformatige, rote Tuschezeichnungen von Stadtansichten, humorvollen Alltagszenen, Idolen aus Film- und Kunstgeschichte, Textfragmenten aus dem ideologisch geprägten Chinesischen Alltag zeigt und uns somit einen Einblick in einen fernen Kulturkreis offenbart. Caucasso Lee Jun beschäftigt sich in seiner aktuellen Serie mit verschiedenen historischen Ereignissen in China. So auch die hier gezeigte Fotografie mit dem Titel 1949 - dem Jahr der Gründung der Volksrepublik Chinas. Ein umfangreiches Rahmenprogramm rundet die Ausstellung ab. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.