Nina Röder – bath in brilliant green


Eröffnung 02.11.2018 um 19 Uhr / Dauer 03.11. – 01.12.2018 / Programm 01.12. um 19 Uhr Buchveröffentlichung, Künstlergespräch und Signierstunde / Ort Eigenheim Weimar, Asbachstraße 1, 99423 Weimar

„Ich fühle den Tod über mir wie einen Sturzbach, wie das sofortige Aufprallen eines Blitzes dessen Ladung ich mir nicht vorstellen kann. Ich empfinde den Tod als etwas, das voller Genüsse und kreisender Labyrinthe ist. Meine Träume sind vor allem Likör, eine Art ekliges Wasser, in dem ich untertauche, und das mit blutigem Glimmer dahinfließt.“ Antonin Artaud.
In melancholischer Bildsprache zeigt Nina Röders Serie bath in brilliant green eine poetische Perspektive auf unterschiedliche Formen von Ohnmacht und Verlust. In assoziativen Arrangements von Porträts, Landschaften und Stillleben – oft in der Dunkelheit entstanden – nähert sie sich Zuständen des Verlierens und Wiederfindens sowie der Metapher des Loslassens. Inszenierungen marmorhaft wirkender Körper, oft in einem performativen Zusammenhang mit der umgebenden Natur, fragen nach der Bedeutung menschlicher Existenz.
Röders Figuren sind stets an Formen von Wasser, der Ursubstanz des Lebens, gebunden und tragen somit auch den Tod in sich. So haftet der Serie stets eine Spur des Morbiden an. Das Vorspiel, also die körperliche Interaktion mit der natürlichen Umgebung trägt Züge einer Performance und ist den Fotografien als Akt der Besetzung eingeschrieben. Die Figurenbilder finden in menschenleeren Landschaftaufnahmen und Stillleben einen formalen Widerhall. Die offene Visualität ihrer Arbeiten wird in einer assoziativen Hängung noch gesteigert: Maße, Rahmung und Sichthöhe der Fotografien variieren und bringen – je nach Kombination – neue Narrationen und Bedeutungen in Gang. Nina Röders Fotografien bewegen sich stets in einem Dazwischen weshalb ihre Geschichten und Handlungen meist angedeutet wirken, aber nie vollkommen lesbar sind. In dieser Unbestimmtheit entfalten sie Poesie und Geheimnis. Naturempfindungen wie diese sind Sinnbild einer romantischen Sehnsucht nach Ferne und Eskapismus. Auf der Folie von Körper und Landschaft repräsentieren Nina Röders Fotografien ambige Geisteszustände und Stimmungen, die stets spürbar, aber nie greifbar sind. Zu sehen sind Fotografien, die während der letzten drei Jahre in Artist-in-Residence-Aufenthalten in Italien, Spanien und Frankreich entstanden sind.

Nina Röder, geboren 1983 im fränkischen Neuendettelsau, lebt und arbeitet in Berlin und Hamburg. Sie studierte Mediengestaltung mit Schwerpunkt Fotografie an der Bauhaus-Universität Weimar, wo sie von 2012-2017 als künstlerische Mitarbeiterin tätig war. Seit Herbst 2017 ist sie Professorin für Fotografie im Fachbereich Art & Design an der BTK Hamburg. Ihre fotografischen Arbeiten thematisieren verborgene Strukturen biografischer Narrationen, in welchen sie Aspekte des Theaters und des Performativen mit dem zeitlichen Raum der Fotografie verbindet. Nina Röders Serien wurden in internationalen Ausstellungen wie dem Voies Off Festival in Frankreich, dem Goa Photo Festival in Indien oder dem Europäischen Monat der Fotografie in Berlin ausgestellt und prämiert. Derzeit promoviert sie an der Bauhaus-Universität Weimar im Ph.D.-by-project Studiengang zum Thema „Performative Strategien der Emergenz in der zeitgenössischen Fotografie.“