MARTIN SCHADE - K√ľnstler in Residenz 2013

ERÖFFNUNG: 10.09.2013 um 18Uhr | DAUER: 10.09.2013 bis 30.09.2013
Endzeit Vision oder evolutionäre Neuordnung? Der Bildhauer Martin Schade, ist Künstler in Residenz 2013 der Galerie Eigenheim und schafft in seinen Objekten unter anderem Fusionen aus industriellen Massenartikeln und Lebewesen der Insekten- und Säugetierwelt. Dabei lässt der Künstler in die Zukunft schauen, geht radikale wie nachvollziehbare Symbiosen ein und scheint so eine neue Weltordnung ab zu bilden. Ähnlich einer Charakterstudie schafft er dabei einzelne Wesen mit individuellem Persönlichkeitsprofil, bildet aber auch im enzyklopädischen Sinne ganze Familien und Stammbäume ab. Mit Humor versetzt, lässt er uns nicht nur am aktuellen Menschenbild und dessen Auswirkungen zweifeln sondern auch über uns als Teil des Ganzen nachdenken.
Der Künstler selbst zu seiner Arbeit: Derzeit beschäftige ich mich hauptsächlich mit der Evolution und der Position, die der Mensch darin einnimmt. Mir geht es um Daseinsfragen wie Daseinsformen , wobei ich die Wissenschaft und die Kunst auf kritische Weise als die Disziplinen betrachte, welche genau jene Fragen zu beantworten versuchen. Themen für die Serien die ich baue, ziehe ich aus Alltagsbeobachtungen, Naturstudien und den Recherchen in Film und Literatur. Ich interessiere mich für das was unwirklich ist oder zu sein scheint. Science–Fiction z.B. und Dinge die ungeklärte Fragen aufwerfen und verwirren sehe ich als wichtigeren Fortschritt beim Forschen nach mehr Wissen als schon bestehende Definitionen. Die Ausstellung zeigt Wesen und Objekte aus zwei unterschiedlichen Serien. Zum einen aus der Serie der tierähnlichen Wesen, also der Serie „Flucht aus dem Labor“, welche sich mit der Evolution, Enzyklopädien und dem Menschen als Schöpfer auseinandersetzt. Zum anderen aus der Serie der Waffen d.h. der Serie mit dem Titel „Bella Ballistika“, bei der es um das Thema der alltäglichen Ästhetisierung von Gewalt geht. Ich möchte, auch wenn es seltsam klingt, Welten erschaffen bzw. ein paar neue Perspektiven auf diese schaffen. Dabei möchte ich keineswegs polemische Aussagen treffen, sondern vielmehr für Verwirrung sorgen.

DER KÜNSTLER
MARTIN SCHADE wurde 1981 in Ottweiler (Saar) geboren. Von 2003-2006, nach Abitur und Zivildienst, absolvierte er eine Ausbildung zum Holzbildhauer an der „Fachschule für Holz- und Elfenbein verarbeitendes Handwerk“ in Michelstadt. In den Jahren 2004-2006 nahm er an Bildhauerprojekten in Frankreich, Deutschland und Schottland teil. Seit 2007 studiert er in Weimar an der Bauhaus-Universität „Freie Kunst“und schloss im Juli 2012 mit Diplom ab. Martin Schade lebt und arbeitet in Weimar.