I THINK I SAW HER BLINK – Julia Steinigeweg / DATAFICTION – Marco Buetikofer, Lotte Meret Effinger / Kultursymposium Weimar 2019


I THINK I SAW HER BLINK – Julia Steinigeweg / DATAFICTION – Marco Buetikofer und Lotte Meret Effinger / Eröffnung 18. Juni, 19 Uhr, Galerie Eigenheim Weimar (in deutscher Sprache) / Führung und Lesung 20. Juni, 16.15 Uhr, Galerie Eigenheim Weimar (in englischer Sprache) / beide Veranstaltungen in Anwesenheit der Künstler/-innen

EIGENHEIM Weimar freut sich auch 2019, im Rahmen des Kultursymposiums Weimar ein Partner des des Goethe-Instituts zu sein. Unter dem Titel „Die Route wird neu berechnet“ veranstaltet das Goethe-Institut vom 19. bis 21. Juni 2019 das zweite internationale Kultursymposium in Weimar. Mehr als 300 Gäste aus aller Welt kommen nach Weimar, um sich über die großen Umbrüche unserer Epoche auszutauschen. Die Route wird neu berechnet – und das global. Mit einer rasanten technologischen Entwicklung, die ungeahnte Möglichkeiten eröffnet und viele neue Fragen aufwirft, geht ein grundlegender Wandel in Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur einher. Gleichzeitig scheint weltweit der Wunsch nach überschaubaren Verhältnissen zuzunehmen. Einfache Antworten auf eine zunehmend komplexe Welt stehen, nicht nur auf politischem Gebiet, hoch im Kurs.  Die Ausstellung bei EIGENHEIM Weimar geht zeitlich über das Kultursymposium hinaus und kann bis 30.06.2019 besichtigt werden.

DATAFICTION – Marco Buetikofer und Lotte Meret Effinger
Für das Kultursymposium Weimar entwirft das Künstlerduo Marco Buetikofer und Lotte Meret Effinger die raumgreifende Installation Datafiction, die den Einfluss von Technologien – wie etwa Überwachungssystemen – auf alltägliche Praktiken und soziale Verhaltensweisen reflektiert. Grundlage ist ein experimentelles Gamedesign, in diesen audiovisuellen Interface können die Besucherinnen und Besucher die medialen Stränge einer Erzählung steuern. Ein intimer Alltag mit Technik und Geräten wird beschrieben, dieser persönliche Erzählstrang wird mit Interview Abschnitten kombiniert. Durch die Offenlegung von intimen Gefühlen, der Erläuterung von widersprüchlichen Handlungen und Bedürfnissen, sowie der kritischen Reflexion des Umgangs mit moderner Technologie und künstlicher Intelligenz wird ein persönlicher Zugang zu diesem oft nur abstrakt behandelten Themenkomplex angeboten. Das Künstlerduo Buetikofer und Effinger arbeitet multi- und interdisziplinär, ihre Kollaborationen umfassen Videoproduktionen, Installationen und Performances. Im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Praxis steht die Analyse von digitalen Technologien, ihre wirtschaftlichen Dynamiken und Auswirkungen auf die Gesellschaft. In der Begegnung von mechanischem und biologischem Leben loten die Künstler die Grenzen zwischen der digitalen und physischen Umwelt aus.

Datafiction ist im Rahmen des Künstlerresidenzprogramms des Goethe-Instituts Peking entstanden. Die Ausstellung in Weimar wird mit Unterstützung des Instituts ermöglicht.

I THINK I SAW HER BLINK – Julia Steinigeweg
In ihrer Fotoserie „I think I saw her blink“ widmet sich die Künstlerin Julia Steinigeweg der zukünftigen Ununterscheidbarkeit von Realität und simulierter Realität und der Erforschung von Formen Künstlicher Intelligenz. Im Mittelpunkt ihrer Fotografien stehen dystopische Inszenierungen von Orten, Menschen, Augenblicken im Stadtstaat Singapur, die erst auf den zweiten Blick ihre Fiktionalität offenbaren: die Holzschlange, die LED-Lichter oder die hyperrealistische Roboter-Kopie ihrer Schöpferin Nadia Magnenat-Thalmann sind Meisterwerke der Täuschung. Ergänzt werden die Fotografien von Auszügen eines Gesprächs über Fotografie. Dieses führte die Künstlerin mit einer App, die das Sprachverhalten ihres Gegenübers exakt imitiert und so die Grenzen zwischen Dialog und Monolog, zwischen Realität und ihrer Simulation verschwimmen lässt.

Die Produktion und Ausstellung der Fotoserie I think I saw her blink wird mit Unterstützung des             Goethe-Instituts Singapur ermöglicht. Die Arbeiten sind eigens für das Kultursymposium Weimar entstanden.