Dejan Kaludjerovic - “Europoly”

„Europoly“ von Dejan Kaludjerovic gefördert durch die Robert Bosch Stiftung. Die Galerie in tiefem Blau, auf dem Fußboden ein überdimensionales Spielbrett, in den Schaufenstern Riesenplotts von europäischen Einwandern. Eine aufwendige und sensationelle Installation, welche die Probleme von Migranten auf spielerische und doch ernsthafte Art und Weise verdeutlicht. Mit großem Dank an Katarina Tojic. 

EUROPOLY – European Union Identity Trading Game - Audiovisuelle Installation des serbischen Künstlers Dejan Kaludjerović
15.-26.08.2006, Galerie Eigenheim, Karl-Liebknecht-Str.10, 99423 Weimar
Vernissage: Dienstag, 15. August 2006, 19 Uhr

Europa für Anfänger
Die Internationalen Weimarer Sommerkurse, die vom 12. bis 26. August in der EJBW stattfinden, stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Visionen Europas – Perspektiven einer gemeinschaftlichen Kultur“. Rund 80 junge Intellektuelle aus etwa 25 Ländern werden zwei Wochen lang gemeinsam an diesem Thema in den Bereichen Philosophie, Literatur, Kunst und Kulturgeschichte arbeiten (Details finden Sie unter www.sommerkurse-weimar.de). Um die kulturelle Vielfalt Europas zu präsentieren und eine kritische Auseinandersetzung mit der EU-Thematik anzuregen, wird ergänzend zu den Weimarer Sommerkursen das Projekt Europoly des erfolgreichen serbischen Künstlers Dejan Kaludjerovic stattfinden - vom 15. bis 26. August jeweils von 12 bis 19 Uhr in der Galerie Eigenheim, Karl-Liebknecht-Str. 10, in Weimar. Dieses Projekt ist eine audiovisuelle Installation, bei der das Spiel Monopoly in eine Welt der komplexen Spielregeln und Gesetze der Europäischen Union transformiert wird. Das Projekt richtet sich an Kinder, die gern Monopoly spielen wollen, an Menschen, die interaktive Kunst mögen bis hin zu einem allgemein an Osteuropa und dem ehemaligen Jugoslawien interessierten Publikum. Statt der Straßennamen auf dem Spielbrett sind in Europoly Nicht-EU-Bürger aus Ex-Jugoslawien, die in EU-Ländern arbeiten, mit ihren Berufen fotografiert und dargestellt. In diesem Spiel hat das Glück einen großen Anteil am Erfolg oder Misserfolg der ’Player’, die ein Teil der neuen europäischen Identität werden möchten.
Das Werk beschäftigt sich mit Fragen von Identität, Macht und europäischer Integration, aber auch mit den unsichtbaren Menschen unter uns, den Immigranten und Immigrantinnen, die durch ihre persönlichen Geschichten und Erzählungen in das Spiel integriert sind.
Die unterhaltsame Form des Projekts erleichtert den Zugang zu seinen Inhalten und Anliegen.
Mit Fragen zu den angebotenen Möglichkeiten der EU-Beitritte möchte das Projekt daran erinnern, dass entgegen dem Eindruck, der vielfach durch die gesetzlichen Regelungen der EU entsteht, die Bürger in allen Teilen Europas ihren Alltag auf sehr ähnliche Weise leben.
Das Projekt Europoly wird durch die Robert Bosch Stiftung gefördert.

„Europoly“ macht seit gestern Station in der Weimarer Galerie Eigenheim.Das interaktive Kunstwerk verknüpft Kapitalismus, Kultur und das soziale Leben von EU-Immigranten.
WEIMAR (ad). Die gelben Würfel sind gefallen. Gestern wurde das Spielfeld von Europoly in der Galerie Eigenheim an der Karl-Liebknecht-Straße 10 eingeweiht. Das Spiel nach Weimar holte Katarina Tojic, Kulturmanagerin der Bosch-Stiftung: „Im Rahmen der Weimarer Sommerkurse
bot es sich geradezu an, Europoly vorzustellen.“ Erfinder der neuen Monopoly- Version ist der serbische Künstler Dejan Kaludjerovic. 2004 kam ihm der Gedanke, das Leben der EU-Immigranten in einem Spiel darzustellen. „Die Grundstruktur von Monopoly war dazu ideal. In Monopoly sammelt man Grundstücke, in Europoly Fähigkeiten, Arbeitsplätze, Abschlüsse, feste Wohnsitze“, erklärte Kaludjerovic. Gewinner ist, wer als erster alle Bedingungen für eine Einwanderung erfüllt − er bekommt einen EU-Pass. Das überlebensgroße Spiel ist für die Zukunft auch als Brettspiel in Planung. Sein Erfinder hat immer gute Reaktionen auf Europoly bekommen. Aber die Produktion gestalte sich schwierig, „da niemand politische Sachen produzieren will“. Europoly kann noch bis 26.August in der Galerie Eigenheim gespielt werden. (TLZ WEIMAR)