Caucasso Lee Jun – Fotografie

Eröffnung 06.07.2019, 19 Uhr / Dauer 06.07. – 17.08.2019 / Ort EIGENHEIM Berlin (Salon), Kantstraße 28, 10623 Berlin Charlottenburg

Caucasso Lee Jun fotografiert, authentisch und experimentell; seine Arbeiten sprühen vor Aura und Originalität. Mit zwei gleichen Kameras, fokussierend auf einen Motivpunkt aus dem Handgelenk, begann Lee Jun die bis heute verwendete Technik als einen einzigartigen Denkansatz zu verfeinern und die Welt der Fotografie durch zwei Augen zu sehen. Seine Bilder sind Zeitzeugen seines schnell wandelnden Umfeldes, wie auch seiner jahrzehntelangen fotografischen Entwicklung. Als Fotograf unabhängig, agil und selbstgetrieben, wird er für die Nachwelt ein wichtiger Dokumentarist dieser sich unablässig verändernden, urbanen Landschaft Shanghais, wie Beijings werden. Ungeachtet welcher Art unwahrscheinlicher Situation er gegenüber steht, oder wie schnell sich seine Umgebung ändert, unabhängig davon, ob er Menschen, bewegte oder stille Objekte fotografiert, scheint es so, daß jedes Leben hinter den Aktionen niemals Wirklichkeit oder Wahrheit wird, wenn er diese nicht auf Film gebannt hat. Lee mag es, öfentliche Orte zu fotografieren, da er an die wundersamen Momente glaubt, welche mit der Realität drum herum verwurzelt sind, welche seiner Meinung nach nur aufgespürt werden müssen. Seine aktuelle Serie zeigt sowohl Eindrücke seiner Reisen nach Südasien als auch eine poetische Auseinandersetzung mit der Geschichte Chinas.

Caucasso Lee Jun wurde 1970 in Shanghai geboren. Seine Jugendjahre waren von der Kulturrevolution geprägt weshalb seine Familie 1975 mit ihm aus Shanghai, einem Zentrum der Revolution, nach Guizhou, einer Provinz im Südwesten Chinas, zog. Hier begann er sich schon in Kinderjahren für Kunst zu interessieren. Lee Jun studierte freie Kunst zwischen 1986 und 1987 an der Guijang School of Fineart und 1988 am Guizhou Province Art College in der Abteilung Skulptur. Anschließend arbeitete er bis zu seinem 22. Lebensjahr als Animationassistent in einer Trickfilmproduktionsfirma und konnte sich von dem dort verdienten Geld eine erste Fotokamera, eine Hai OuSLR, ein altes chinesisches Model, kaufen. Bald verbrachte er seine gesamte Freizeit damit, eigene Fotografien in der Dunkelkammer des Shenzen Fotografie Magazins zu entwickeln. Eine Zeit des Experimentierens und der selbstständigen künstlerischen Entwicklung.

Seit dem entwickelt er seine Fertigkeiten in diesem Medium beständig und unabhängig weiter. 1998 kehrte Caucasso Lee Jun zusammen mit seiner Familie zurück nach Shanghai. Eine Zeit, in welcher der stärker werdende Einfluß der wirtschaftlichen Öffnung Chinas mehr und mehr an Zugkraft gewann. Für den Künstler ein wichtiger Schritt, da Shanghai zu dieser Zeit aufstrebend ist, sich international öffnet und wirtschaftlich große Beachtung  findet. Aus der Sicht des leidenschaftlichen und interessierten Fotografen ein richtiger Schritt zur richtigen Zeit. Die schnellen kulturellen, wie urbanen Veränderungen ringen um künstlerischer Verarbeitung und Dokumentation. Das Zusammenwirken von Mensch und Stadt in einer so radikalen Umbruchsituation ist zu dieser Zeit sein Fokus. Nach dem Jahrtausendwechsel verbringt Caucasso Lee Jun zwei Jahre in Beijing, lernt eine neue aufbegehrende und weltlich orientierte Künstlerschaft kennen und wird ein Teil dieser. Als Fotograf unabhängig, agil und selbstgetrieben wird er für die Nachwelt ein wichtiger Dokumentartist dieser sich unablässig veränderten urbanen Landschaft Shanghais, wie Beijings werden. Seit dem Jahre 2004 lebt und arbeitet Caucasso Lee Jun wieder in Shanghai.

Caucasso Lee Jun ist ein belesener, wißbegieriger Mensch. So liest er Biografien von großen Musikern, wie Bob Dylen, genauso wie historische Abhandlungen über den Buddhismus, weiß um den Geburtsort Johann Sebastian Bachs, mixt privat Radiohead, Turntablerockers und historische chinesische Opern. Er hat einen unkonventionellen, spielerischen Geist, spricht neben Mandarin und Kantonese auch English, Spanisch, wie auch Thai. Caucasso Lee Jun ist seit 2008 Künstler der Galerie Eigenheim.