Hot Air

Unablässig bläst ein Heißluftföhn, wie ihn Handwerker zum Entfernen alter Lackschichten von Flächen verwenden, gegen eine Scheibe aus Plexiglas. Wie in einem Duell stehen sich die zwei Objekte auf Stahlgestellen gegenüber. Die Scheibe hält dem Strahl heißer Luft zwar stand, doch über die Stunden des Beschusses, weicht sie, dort wo der Luftstrahl aufprallt, wirft sie Blasen und wölbt sich – noch etwas länger und der Luftstrahl durchdringt die Barriere. Eine stetige thermische Energie weicht eine feste Grenze auf, eine Kraft, die unsichtbar ist, wirkt sichtbar auf ihr Hindernis. Nicht in einem jähen Gewaltakt, wird die Barriere überwunden, sondern in einem plastischen Prozess. Die Installation ließt sich wie eine Parabel zu den Veränderungsprozessen in China. Am Ende hat sich der stetige Strahl seinen Weg gebahnt, die Barriere hat eine Metamorphose erfahren und ist zur Passage geworden. Schon 2011, als Bestandteil der Werkgruppe fragments and defragmentations in Shanghai entstanden, reproduzierte Bayer die Arbeit 2012 in Deutschland neu. cf

Exhibition View - fragments and defragmentation - (2010)
Galerie Eastlink/Stageback Shanghai
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Hot Air (2010)
Stahl, Plexiglas, Heissluftföhn
130 x 60 x 50 cm
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Hot Air (2010)
Stahl, Plexiglas, Heissluftföhn
130 x 60 x 50 cm
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Hot Air (2010)
Stahl, Plexiglas, Heissluftföhn
130 x 60 x 50 cm
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