Julia Scorna wurde 1983 in Magdeburg, in der DDR geboren. Aufgewachsen in Leipzig ist von Beginn an verstärkt eine Sensibilität für gesellschaftliche Ereignissen und Veränderungen vorhanden, welche vorrangig auf alltäglicher Beobachtung fußt. 2008 beendet sie das Studium der Visuellen Kommunikation an der Bauhaus-Universität Weimar unter der Betreuung von Prof. Hermann Stamm und Prof.Dr. Karl Schawelka.

Seit der Gründung der Galerie Eigenheim gehört sie ab 2006 neben Konstantin Bayer zur künstlerischen Leitung und zur festen Künstlergruppe, welche ein zeitgenössisches Bauhaus repräsentiert. 2006 reist sie für mehrere Monate in den Nahen Osten, wo sie in Ost-Jerusalem lebt und Palästina durchreist. 2008/2009 lebt und arbeitet sie für ein halbes Jahr in Shanghai, wo sie mit Konstantin Bayer das Galerie Projekt Island 6 Shack erarbeitet und umsetzt. 2009 übernimmt sie die Druck-Produktionen des Journal of Culture der Galerie Eigenheim, welche sich mit der Dokumentation und der Diskussion der Kunst um das zeitgenössische Bauhauses beschäftigt. 2011 geht sie als freie Künstlerin und Designerin für zwei Jahre zurück nach Leipzig. 2013 zieht sie nach Paris.

Julia Scornas Photographien führen inhaltlich das Bedürfnis der Beobachtung und der Dokumentation fort, und erheben den flüchtigen Moment bisweilen in malerische Ästhetik und bedeutungsschwere Symbolik, was nicht zu letzt aus dem künstlerischen Umfeld in der Gruppe Eigenheim resultiert und durch sehr kleine Auflagen und Großformate unterstützt wird. Dabei findet sie ihre Motive durch dokumentarisches Arbeiten, ohne künstliche Installation. Die Authentizität der Gegenwart wird andererseits durch den Produktionsprozeß des Analogen, sowie durch selbstproduzierte, handgefertigte schwarz/weiß Abzüge in Unikaten manifestiert. Symbolisch findet sich ihr Anliegen auch in ihren Installationen (Licht/Ton) wieder, die in ihrer teilweise interaktiven Art um Reflektion und freie Assoziation des Betrachters werben, sich in Kontext zu seiner Umwelt zu setzen. Dieser Appell an eine reflektierte Selbstwahrnehmung ist allen Arbeiten gleicher Tenor.